Die Teilfächer stellen sich vor: Anglistik
2. Englische Kultur- und Literaturwissenschaft
2.1 Englische Literaturwissenschaft
2.1.2 Die Lehre gibt Anregungen
2.1.4 Forschungsinteressen und -aktivitäten
2.2 Englische Kulturwissenschaft
2.2.3 Forschungsinteressen und -aktivitäten
2. Englische Literatur- und
Kulturwissenschaft
2.1 Englische Literaturwissenschaft
Die Erlanger Anglistik hat eine lange Tradition. Studierenden werden Kenntnisse in der traditionellen englischen Philologie vermittelt, doch wird auch den ständigen Veränderungen des Fachs Rechnung getragen. Der Begriff "Literatur" wird ebenso immer wieder neu befragt wie etwa die Kanonbildung, Gattungskonventionen und Epocheneinteilungen. Die Vielfalt des Fachs spiegelt sich sowohl in der Lehre als auch in der in Erlangen betriebenen Forschung wider.
Ziele des Studiums sind der Erwerb von breiten Kenntnissen im Bereich der britischen bzw. englischsprachigen Literatur und die Befähigung zur wissenschaftlichen Analyse literarischer Texte. Die Lehre vermittelt
- literaturwissenschaftliche Terminologie zur Textanalyse
- literaturtheoretische Ansätze und Interpretationsmethoden
- Techniken wissenschaftlichen Arbeitens
- einen Überblick über die Geschichte der britischen Literatur
- Hinweise zur Einbettung literarischer Texte in kulturhistorische Kontexte
2.1.2 Die Lehre gibt Anregungen
- zu selbstständiger Lektüre
- zu selbstständiger Er- und Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen
- zur Erschließung komplexer Zusammenhänge zwischen Texten und Kontexten
- zur (kontroversen) Diskussion literaturwissenschaftlicher Fragen
- zum kreativen Umgang mit Literatur
Neben dem Erwerb von Faktenwissen und Handwerkszeug ist ein Interesse an literarisch-ästhetischer Praxis, Theater und Film, an Medien und vielfältigen kulturellen Ereignissen wünschenswert. (Je nachdem, ob mit dem Ziel Staatsexamen B.A. oder M.A. studiert wird, können und sollten unterschiedliche Akzente gesetzt werden.) Ein Aufenthalt im englischsprachigen Ausland wird dringend empfohlen.
Erforderliche Grundkenntnisse zu Terminologie,
Literaturtheorie und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens vermitteln
die obligatorischen Grund-, Aufbaukurse und Proseminare; ein historischer
Überblick wird in Form von Vorlesungen regelmäßig
angeboten. Weitere Vorlesungen, Proseminare und Übungen zu
spezielleren Themen vervollständigen das Lehrangebot im
Grundstudium.
Das Hauptstudium ist gegenüber dem Grundstudium wesentlich freier
gestaltbar. Im Mittelpunkt des Studiums steht der Besuch frei
wählbarer Haupt- und Oberseminare sowie Vorlesungen zu speziellen
Themen. Große Bedeutung kommt dem Selbststudium und besonders im
M.A. Studiengang English Studies der Herausbildung eigener wissenschaftlicher
Schwerpunkte zu. Zur Vorbereitung auf das Examen im Lehramtsstudiengang werden
regelmäßig Examenskurse angeboten, die sich an den
Prüfungsinhalten des zentralen Staatsexamens in Bayern
orientieren. Näheres ist den vom Institut herausgegebenen Studien- und Examensplanern
zu entnehmen. (Der Studienplaner enthält auch eine Liste mit
Lektüreempfehlungen.)
Für den nicht-vertieften Studiengang (Lehramt Grund- und
Hauptschule) werden an der Erziehungswissenschaftlichen
Fakultät (EWF) in Nürnberg regelmäßig
Grundkurse und thematische Lehrveranstaltungen angeboten.
2.1.4 Forschungsinteressen und -aktivitäten
Mit ihren Forschungsinteressen decken die Lehrenden des Instituts nahezu das gesamte Spektrum der Anglistik ab. Forschungsschwerpunkte sind u.a. englische Literatur des Mittelalters (Lutz), Shakespeare/Drama der Renaissance (Feldmann, Gruß), Metaphysical Poetry (Freiburg, Abassi), Paratextualität im 17. Jahrhundert (Bayer), Satiretheorie (Freiburg), Roman des 18. Jahrhunderts und Literatur der Empfindsamkeit(Freiburg), Drama des 18. Jahrhunderts (Feldmann), viktorianische Literatur (Feldmann, Böhm, Dencovski), Literatur des Empire/englischsprachige postkoloniale Literaturen (Bayer), Lyrik (Dencovski, Lempe),Literatur des fin-de-siècle (Freiburg) und Drama der Moderne (Wursche), Postmoderne (Freiburg), Hypertext (Freiburg), Beziehung zwischen dem literarischen Kanon und Populärkultur (Böhm, Feldmann, Gruß), Literaturverfilmungen und Adaptionsprozesse (Feldmann, Gruß, Kinzler). Literatur und Theodizee (Freiburg), Literatur und Holocaust (Freiburg), Alter und Altern in Literatur und Kultur der Gegenwart (Freiburg). Umfassende Angaben zu Forschungsschwerpunkten und Publikationen sind aus den Einträgen zu den einzelnen Lehrenden zu ersehen.
2.2. Anglistik: Kulturwissenschaft (mit Schwerpunkt
Großbritannien)
Als Antwort auf die von einem veränderten Arbeitsmarkt eingeforderten "Schlüsselqualifikationen" (Stichwort cultural skills / Kulturraumkompetenz) kann Kulturwissenschaft seit dem Sommersemester 2001 in Erlangen studiert werden. Eine Spezialisierung in Cultural Studies ist sowohl im B.A. Studiengang English and American Studies als auch im M.A. Studiengang English Studies möglich. In der anglistischen Kulturwissenschaft steht als kulturraumspezifischer Schwerpunkt Großbritannien im Zentrum des Studien- und Forschungsinteresses. Dieser Schwerpunkt wird von Lehrenden aus der Literaturwissenschaft, der Linguistik und der Sprachpraxis unterrichtet, so dass Berührungspunkte und Überschneidungen mit diesen Teilbereichen vorhanden und erwünscht sind. Der M.A. Studiengang English Studies führt die Erlanger Expertise in diesen Bereichen in einem forschungsorientierten, konsekutiven Studiengang zusammen und ermöglicht die sukzessive Spezialisierung in einem dieser Bereiche.
Über die textwissenschaftliche Methodik hinaus sollen Studierende lernen, auf einer breiteren Basis kulturelle Muster und Entwicklungen wahrzunehmen, einzuordnen, zu analysieren, darzustellen und zu bewerten. Dies geschieht mit interdisziplinären Ansätzen und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Medien. Ein studienbegleitender Aufenthalt im englischsprachigen/britischen Kulturraum wird dringend empfohlen. Informationen zum Studium der Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Großbritannien finden sich im Leitfaden Kulturwissenschaft .
Das Grundstudium ist identisch mit dem Grundstudium der englischen Literaturwissenschaft. Der GK Culture (LAG und B.A.) und der AK Culture (B.A.), die regelmäßig angeboten werden, vermitteln die zu Beginn des Hauptstudiums notwendigen Kenntnisse in der Kulturanalyse. Im Hauptstudium steht neben dem Selbststudium der Besuch von Übungen, Hauptseminaren und Vorlesungen im Mittelpunkt. Besonderer Wert wird auf kommunikative Kompetenz in der Fremdsprache gelegt, so dass die kulturwissenschaftlichen Veranstaltungen fast ausschließlich in englischer Sprache angeboten werden und auch ein zusätzlicher Leistungsnachweis aus der Sprachpraxis im Hauptstudium zu erwerben ist. Leistungsnachweise aus thematisch naheliegenden Lehrveranstaltungen aus anderen Fächern (z.B. Kulturgeographie, Politische Wissenschaft, Geschichte) können angerechnet werden. Praxisorientierte Übungen zu zentralen Schlüsselqualifikationen sind regelmäßig in Lehrangebot.
2.2.3 Forschungsinteressen und -aktivitäten
Einige Forschungsprojekte im Kontext von Kulturhermeneutik, Differenz und Transdifferenz waren zwischen April 2001 und Marz 2010 im interdisziplinären Graduiertenkolleg Kulturhermeneutik organisiert, das von Lehrenden des Instituts für Anglistik und Amerikanistik mitgetragen wurde (Feldmann, Krug, Kley, Lösch, Paul). Innerhalb des Kollegs entstand beispielsweise Nadine Böhms interdisziplinäre Studie Sakrales Sehen: Strategien der Sakralisierung im Kino der Jahrtausendwende (2009). Kooperationen zwischen dem Journal for the Study of British Cultures, den Lehrenden und dem Gradiertenkolleg Kulturhermeneutik wurden gepflegt und haben sich bereits in diversen gemeinsamen Publikationen manifestiert (Siehe Literaturliste bei den Dozenten). Forschungsschwerpunkte von Lehrenden in der anglistischen Kulturwissenschaft sind v.a. gender studies (Feldmann, Kinzler), media studies mit den Schwerpunkten Film und digitalen Texten (Böhm, Eichhammer, Feldmann, Kinzler, Krug), Populäre Literatur und Populärkultur (Eichhammer, Feldmann, Karl, Kinzler, Krug), virtuelle und physische Formen von Tourismus (Krug), überschneidungen religiöser sowie wissenschaftlicher Diskurse mit medialen und literarischen (Böhm), Romantik (Karl), Literatur und Kultur des neunzehnten Jahrhunderts (Böhm, Dencovski, Feldmann) und der Renaissance (Feldmann), Intersektionen von ökonomie und Literatur (Dencovski) sowie britische Konsumkultur und Autorentheorie (Eichhammer). Interdisziplinäre Forschung in Kooperation mit den Religionswissenschaften wird im Bereich der postkolonialen Kulturtheorie und der kulturellen übersetzung betrieben (Böhm, Feldmann, Krug, Nehring). Aus der Linguistik fließen u.a. die Aspekte Sprachwandel und Sprachvariation, übersetzungswissenschaft (einschließlich Medienübersetzung), Pragmatik und Soziolinguistik in die Kulturwissenschaften ein. Umfassende Angaben zu Forschungsschwerpunkten und Publikationen können aus den Einträgen zu den einzelnen Lehrenden ersehen werden.
Bitte wählen Sie aus den nachfolgend aufgeführten Links, um weitere Informationen zu den folgenden Forschungsprojekten zu erhalten:
1. Graduiertenkolleg "Kulturhermeneutik"
Seite zuletzt aktualisiert am 16.06.2011