Erfahrungebericht University College Dublin (2006/07)

von Cornelia Schlesinger (c.schlesinger@gmx.de)


Dublin bietet beste Voraussetzungen, ein schönes und ereignisreiches Jahr im Ausland zu verbringen. Die Innenstadt konzentriert sich auf ein Gebiet, das sich innerhalb von 30 Minuten zu Fuß durchqueren lässt und bietet doch alle Vorteile (und Nachteile) einer Großstadt. Mit dem Bus ist man schnell in ländlicheren Gegenden und das Meer ist nur einen Katzensprung entfernt.

In Dublin gibt es sehr viele Ausländer und auch am University College Dublin (UCD) sind ein Großteil der Studenten „Internationals“. Das macht es relativ leicht, Kontakte zu knüpfen, zumindest zu anderen ausländischen Studenten. Mit Iren ist die Kontaktaufnahme etwas schwieriger und klappt am besten über die Societies.

UCD ist die größte irische Universität und liegt ein paar Kilometer südlich der Dubliner Innenstadt. Am Anfang kann es schwierig sein, sich an der Uni zurechtzufinden. Die Homepage ( www.ucd.ie ) ist verwirrend, unübersichtlich und in vielen Punkten veraltet. Auch vor Ort war es für mich zunächst schwer, die richtigen Ansprechpartner zu finden. Aber mit etwas Geduld und nach ein bis zwei Wochen Eingewöhnungszeit sollten die anfänglichen Probleme aus der Welt sein. Ich hoffe, dass dieser Erfahrungsbericht einige Fragen im Vorfeld klären kann und die Anfangszeit für zukünftige UCD-Austausch-Studenten etwas erleichtern wird.

Ich war sehr zufrieden mit meiner Entscheidung am University College Dublin ein Auslandssemester zu machen, das bei mir letztendlich sogar zu einem Auslandsjahr wurde. Unzählige schöne Erinnerungen und jede Menge neue Freunde haben das Jahr in Dublin zu einer unvergesslichen positiven Erfahrung gemacht und ich kann Dublin für einen Auslandsaufenthalt nur wärmstens empfehlen!

 

FIRST STEPS

1. Anreise

Am billigsten kommt man mit Ryanair ( www.ryanair.com ) nach Dublin, wenn man früh genug bucht oft schon ab 1 Cent - mit Steuern und Gebühren ca. 15-20€. Allerdings sollte man beachten, dass manche Abflughäfen (z.B. Frankfurt Hahn) schlecht erreichbar sind und dadurch evtl. größere Fahrtkosten und Umwege entstehen. Deshalb kann Air Lingus ( www.airlingus.com ) letztendlich die angenehmere Alternative sein, weil die Fluggesellschaft von den großen Flughäfen Deutschlands abfliegt und die Preise ab ca. 35€ (inkl. Steuern/Gebühren) ebenfalls bezahlbar sind. Eine dritte Möglichkeit ist die Fluggesellschaft Germanwings ( www.germanwings.de ) , allerdings fliegt Germanwings nur von/nach Köln/Düsseldorf.

Man sollte unbedingt beachten, dass die Gepäckgrenze bei Ryanairflügen im Moment bei nur 15kg liegt (Aufpreis pro zusätzlichem Kilo momentan 8€!). Bei Air Lingus dürfen 20kg mitgenommen werden, und obwohl auch hier der Aufpreis pro Kilo Übergepäck offiziell 8€ beträgt, musste keiner der Air-Lingus - Reisenden (selbst bei 10kg Übergepäck) nachzahlen.

2. Dublin Airport à City Centre

Vom Flughafen, der ca. 10km nördlich von Dublin City Centre liegt, fährt der Aircoach für momentan 7€ und der Airlink für 6€ in die Innenstadt. Mit beiden Bussen kommt man relativ schnell ins Zentrum bzw. mit dem Aircoach auch bis zum UCD-Campus. Außerdem fahren ständig normale City Busse für momentan 1,90€ in die Stadt (siehe auch 15.Öffentliche Verkehrsmittel). Die Fahrt mit dem normalen Bus vom Flughafen in die City dauert 40 Minuten bis 1 Stunde.

3. Wohnen (Wohnheim / Hostels)

Wohnen im Studentenwohnheim hat den Vorteil, dass man bei der Ankunft schon eine sichere Unterkunft hat und in unmittelbarer Nähe der Uni lebt (nicht der Fall beim Blackrock-Wohnheim), was Fahrtzeit und Kosten spart. Die Zimmer im Wohnheim sind relativ komfortabel, aber nicht wesentlich billiger als ein privat gemietetes Zimmer. Roebock Hall ist das neuste und komfortabelste, aber auch das teuerste der Wohnheime. Die Zimmer dort haben jeweils ein eigenes Bad und 6 Mitbewohner teilen sich eine Küche. Infos zu allen Studentenwohnheimen des UCD gibt es auf www.ucd.ie/residences .

Wer lieber in der Innenstadt wohnt und noch ein Zimmer suchen muss, sollte spätestens 1 Woche vor Unistart in Dublin sein. Es gibt eine riesige Auswahl an Hostels, von denen einige auch für den studentischen Geldbeutel bezahlbar sind. Eine Übersicht gibt es unter www.hostelworld.com . Über diese Seite kann man auch Reservierungen vornehmen. Ashfield House zum Beispiel liegt zentral, direkt an der O'Connell Bridge / Trinity College, und der Bus (16A) vom Flughafen aus hält direkt vor der Tür (D'Olier Street). Wer einen Laptop dabei hat, kann hier das kostenlose WLAN (Wi-Fi) nutzen, was für die Wohnungssuche von unschätzbarem Wert ist (mittlerweile gehört WLAN bei den meisten Hostels zum Service). Laptop mitnehmen lohnt sich (nicht nur für die Wohnungssuche)!

Grundsätzlich sollte man früh buchen, ansonsten kann die Auswahl an Hostels oder Zimmern sehr eingeschränkt sein. Die meisten Hostels haben am Wochenende erhöhte Preise.

4. Wohnungssuche

Die wichtigste Internetseite für die Wohnungssuche ist www.daft.ie . Hier werden ständig neue Zimmer angeboten, diese sind aber auch sehr schnell vergeben, oft bereits nach ein paar Stunden. Mehrmals am Tag checken und immer sofort anrufen!

Ansonsten gibt es Wohnungsanzeigen im Evening Harold , den man täglich an jedem Zeitungsstand ab 12 Uhr kaufen kann.

An der Uni (UCD, aber auch Trinity) gibt es ein paar schwarze Bretter mit Aushängen (die aber teilweise schon lange veraltet sind). Das International Office am UCD bietet eine aktuelle Liste mit freien Zimmern an, die meisten davon zum Mitwohnen bei Familien.

Es ist normal in Irland, dass - besonders ausländische - Studenten nicht nur Häuser, sondern auch Zimmer teilen. Die Zimmerpreise starten bei ca. 250€ für einen „shared room“, für einen „single room“ muss man mindestens 400€ rechnen (ohne Grenze nach oben), 500€ für ein eigenes Zimmer ist normal. Bei der Wohnungssuche muss man vor allem schnell sein und darf keine zu hohen Erwartungen haben. Oft ist es genauso teuer ein Zimmer zu mieten, wie im Hostel wohnen zu bleiben, deshalb kann es sich lohnen, auch vorläufig eines der ersten Zimmer zu nehmen und von dort aus weiter zu suchen.

Günstig ist es, sich ein Zimmer in der Südstadt, zumindest aber südlich der Liffey zu suchen, da sonst die Fahrt zur Uni sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Von Stephen's Green (Haltestelle Merrion Row oder Kildare St.) dauert eine Busfahrt zum UCD bei freien Straßen ca. 10 Minuten und 30 Minuten bei viel Verkehr.

5. Finanzen

Dublin gehört zu den teuersten Städten der Welt. Man muss dort mit mindestens doppelt so hohen Kosten wie in Erlangen rechnen. Die monatlichen Ausgaben hängen vor allem von der Zimmermiete ab. Preise für Lebensmittel liegen etwas höher als in Deutschland.

Es gibt unzählige Jobangebote in Dublin. Als EU-Student kann man problemlos in Dublin arbeiten und braucht lediglich eine PPS-Number (Informationen hierzu bekommt man beim International Office).

Es ist empfehlenswert in Dublin ein Konto zu eröffnen, z.B. bei der AIB-Bank, die eine ihrer Filialen direkt auf dem UCD Campus hat. Mit IBAN und Swift-Code (beide erhältlich bei der AIB) kann man kostenlos Geld vom deutschen auf das irische Konto überweisen. Das Konto kostet 10€, wenn man nur Geld am Automat (ATM) abhebt, und 20€ wenn man mit der Karte auch im Geschäft bezahlt; der Betrag wird im Januar abgebucht.

6. Gut zu wissen

(1) In Irland herrscht Linksverkehr, aber netterweise sind an Ampeln oft Pfeile auf die Straße gemalt, die anzeigen, aus welcher Richtung die Autos kommen. (2) Für die Steckdosen braucht man Adapter, die ca. 6€ kosten (z.B. im Sony Centre in der O'Connell St. oder im Stephen's Green Shopping Centre). (3) Es ist nicht üblich einen Telefonanschluss im Haus zu haben, aber immerhin gibt es in vielen Häusern mittlerweile WLAN (siehe auch 14. Kommunikation).

 

UCD

7. Campus

UCD ist eine Campus-Universität. Neben den Uni-Gebäuden gibt es z.B. ein Fitnesscentre, eine Bank, einen Buchladen, eine Apotheke, ein Health Centre, einen Lebensmittelladen (teuer!), Sportplätze und mehrere Restaurants. An der Uni kann man kostenlos einen Campus-Plan bekommen.

 8. Kurswahl

Bei der Kursauswahl sollte man sich nicht von den Richtlinien auf der Homepage verwirren lassen. Man darf nach eigenem Ermessen frei aus allen Kursen des Arts-Programm aus allen drei Bachelor-Studienjahren wählen. Ca. 30 ECTS Punkte sollten dabei pro Semester zusammen kommen, aber auch das liegt im Prinzip im eigenen Ermessen bzw. in dem der Heimat-Uni.

Eine vollständige Liste der Kurse lässt sich über das SIS-Student-Web (zu erreichen über www.ucd.ie ) einsehen. Hier werden wirklich alle Kurse angezeigt (die Institutsseiten sind oft veraltet oder unvollständig), allerdings braucht man bereits eine Student Number, um darauf zugreifen zu können.

Bei Problemen ist das International Office die erste Anlaufstelle (nicht zu sonstigen Stellen an der Uni schicken lassen; Co-ordinators, (Online-)Registrierungshelfer, Sekretärinnen und sonstige Infostellen sind ratlos, was internationale Studenten angeht).

Viele Kurszeiten und alle Kursräume wurden erst am ersten Unitag durch einen Aushang bekannt gegeben (schwarzes Brett, Anglistik, Newman Building), teilweise wurden die Kurszeiten vorher auf den Institutshomepages veröffentlicht, zumindest in der Anglistik. Der Stundenplan lässt sich aber normalerweise nicht nach Zeiten zusammenstellen. Deshalb lieber zu viele Kurse auswählen, die meisten überschneiden sich sowieso – später austragen kann man sich ohne Probleme (E-Mail ans International Office genügt).

Die gewählten Kurse muss man auf einem Vordruck eintragen, der vom International Office verschickt wird, und den ausgefüllten Zettel beim International Office abgeben. Die Mitarbeiter des International Office registrieren die Studenten dann für die Kurse. Sobald dies geschehen ist, kann man seinen Stundenplan über die Uni-Homepage einsehen. Nicht verzweifeln, wenn der Stundenplan in der ersten Woche noch nicht existiert, das alles klärt sich in den ersten zwei Wochen und auch den irischen Studenten geht es nicht anders. Trotzdem sollte man von Zeit zu Zeit nachhaken, sonst passiert möglicherweise gar nichts.

Falls man sich für einen Kurs interessiert, für den man offiziell nicht angemeldet ist: Ruhig hingehen und fragen, ob man trotzdem teilnehmen kann (ein angeblich voller Kurs hatte letztes Jahr nur 9 Teilnehmer). Die Dozenten sind normalerweise sehr entgegenkommend. Vorlesungen kann man sowieso normalerweise auch unangemeldet besuchen, nur eben in dem Fall nicht an Tutorien teilnehmen oder Scheine machen.

Da E-Mails vom International Office bei vielen internationalen Studenten nicht ankamen, lohnt es sich bald nach der Ankunft in Dublin im International Office nachzufragen, wenn irgendetwas unklar ist oder der Kurs-Wahl-Vordruck noch nicht angekommen ist (was bei etwa der Hälfte er Internationals im letzten Jahr der Fall war). Die Mitarbeiter dort sind sehr nett und kompetent. Vor Semesterbeginn ist im Office wenig los, aber gerade in den ersten Uniwochen versinken die Mitarbeiter in Arbeit, und man muss schon mal eine längere Wartezeit (letztes Jahr bis zu 2 Stunden) einplanen.

 9. Kurse

Ein Seminar oder eine Vorlesung dauern in den Geisteswissenschaften in der Regel 50 Minuten. Das Kursniveau liegt deutlich unter dem deutschen und erinnert oft eher an eine Schulstunde als an einen Universitätskurs. Allerdings muss man mit einem enormen Lesepensum rechnen, nicht selten muss für einen Kurs jede Woche ein Roman / Drama gelesen werden. Die Seminarbesprechungen sind oft nichts anderes als ausführliche Inhaltsangaben des zu lesenden Buchs.

Empfehlenswert sind die Übersichtsvorlesungen zu jeweils einem Jahrhundert Literatur, die regelmäßig angeboten werden und einen strukturierten Überblick verschaffen.

Ich durfte im 2. Semester auch Master-Kurse in Drama und Film Studies besuchen, die wesentlich anspruchsvoller als die BA-Kurse und vom Niveau her mit unseren Seminaren vergleichbar sind. Also bei Interesse ruhig nachfragen.

Bei den Drama-MA-Kursen sollte man allerdings bedenken, dass diese auf dem Blackrock-Campus stattfinden (ca. 10 Minuten Busfahrt (+ Fußweg) mit der Nr. 17 vom UCD, allerdings fährt die 17 nur ca. 1x/Stunde. Manche glauben mittlerweile nicht mehr an die Existenz der Buslinie und nennen diese deshalb ‚Fiction').

Sekundärliteratur wird in BA-Seminaren wenig in Anspruch genommen und die Library bietet zu vielen Themen nur eine geringe Bücherauswahl oder gar keine (Sekundär)Literatur. Es gibt außerdem keine Fachbibliotheken (nur für einzelne Fächer). Da Essaythemen meistens von den Dozenten vorgegeben werden, schreiben viele Studenten gleichzeitig über das gleiche Thema und die spärliche Auswahl an Sekundärliteratur ist schnell ausgeliehen. Einziger Ausweg: Selber früh dran sein und vor allem (online) Journal-Articles nutzen (Infos hierzu in der Library). Allgemein gilt aber: Eigene Ideen sind wichtiger als eine ausführliche Bibliographie. Bei Essays wird keine Seiten-, sondern eine Wortzahl vorgegeben, die in der Regel 600-4000 Wörter umfasst. Wer mehr schreiben will, um sich den Essay evtl. in Deutschland als Studienleistung anrechnen lassen zu können, sollte dies mit dem jeweiligen Dozenten absprechen.

10. Computer

In der Woche vor Semesterbeginn werden über mehrere Tage hin stündlich kurze Einführungskurse in den Computerräumen gegeben. Wer teilnimmt, bekommt einen USB-Stick geschenkt. An der Uni gibt es überall Computer mit Internetzugang (davon einige Stehplätze, um ‚schnell mal E-Mails zu checken').

Man kann auch mit dem eigenen Laptop überall auf dem Campus das Internet mit oder ohne „wire“ nutzen. Zu Mittagszeiten und in der Prüfungsvorbereitungszeit ist das Netzwerk aber öfter mal überlastet. Um das Internet an der Uni nutzen zu können, kann man die erforderlichen Proxy-Einstellungen im IT Centre im Daedalus Building vornehmen lassen. Auch bei sonstigen Computerproblemen bekommt man kostenlose Hilfe im IT-Centre – aber Vorsicht: Nicht bei jedem „Verbesserungsvorschlag“ unüberlegt zustimmen und Sicherungskopien machen, bevor man den netten Helfer die Reset-Taste drücken lässt…

11. Societies

Die Societies sind ein wichtiger Bestandteil des irischen Uni-Lebens. In der Fresher's Week (eine der ersten Uniwochen) kann man für eine einmalige Gebühr von ca. 2€ (Sport-Societies ca. 10€) Mitglied in den verschiedensten Societies werden: Von Uniradio, über Campus-Fernsehen (CTN), Studentenzeitungen, Drama Society, International Students Society, Literatur-Gruppen, Sportclubs, bis hin zu Societies verschiedener politischer Parteien ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Societies sind eine sehr gute Möglichkeit, Kontakt zu anderen Studenten zu bekommen.

 12. Unifreie Zeit

In einigen Fächern (z.B. Anglistik, Geschichte) gibt es die so genannte „Reading Week“. In dieser Zeit finden keine Uni-Veranstaltungen statt. Manchmal muss in der Woche ein Essay geschrieben werden, ansonsten dient sie – wie der Name sagt – zum Lesen, inoffiziell natürlich v.a. zum Feiern.

Im Frühjahr gibt es eine 3-wöchige „Break“. Auch über diese Zeit müssen evtl. Essays geschrieben werden und in der ersten Woche können noch Uni-Veranstaltungen wie z.B. Ausflüge stattfinden (eher selten).

Auch vor den Klausurzeiten hat man „Revision Week“ zum Wiederholen des Stoffes.

 

LEBEN / FREIZEIT

13. Einkaufen und Sparen

Wie bereits erwähnt ist Dublin teuer. Bezeichnend ist schon, dass es statt wie in Deutschland den 1€- dort den 2€-Shop gibt. Lebensmittel kauft man am billigsten bei Lidl (z.B. Moore Street), Aldi (z.B. Parnell Square), Tesco (z.B. Mary Street) oder Dunnesstores (z.B. im Stephen's Green Shopping Centre). Günstige Klamotten gibt es bei Penny's. Es lohnt sich, Preise zu vergleichen, besonders bei Lebensmitteln.

14. Kommunikation

Es ist sinnvoll, sich eine irische SIM-Karte zuzulegen. Man hat hier die Anbieter Meteor, O 2 und Vodafon zur Auswahl.

Meteor ist wohl der billigste Betreiber, angeblich kann es aber Probleme mit dem Empfang geben, wenn man außerhalb von Dublin unterwegs ist (bei mir gab es keine). Beim Meteor-Shop in der Henry Street bekommt man eine Meteor-SIM-Karte und bezahlt nur die 10€ oder 20€ Guthaben, die man gleich mitkauft. Bei einem 20€ top up kann man entweder einen Monat kostenlos SMS an andere Meteor-Nutzer schicken oder diese billig (für 5Cent/Anruf) anrufen. Wer eine Meteor-SIM-Card hat, kann zudem übers Internet monatlich 300 kostenlose SMS in alle irischen Mobilfunknetze verschicken.

Internetcafés gibt es an jeder Ecke in der Stadt, die günstigsten bieten 1h Internet für 1€, zum Beispiel in der Upper O'Connell Street. In vielen Cafés und Pubs gibt es WLAN (Wi-Fi), darauf wird durch Aufkleber an Fenstern oder Türen hingewiesen.

Skype ( www.skype.de ) ist eine gute Möglichkeit, billig Kontakt mit Familie und Freunden in Deutschland zu halten. Allerdings ist die Verbindung über WLAN oft frustrierend schlecht, und es kann sich deshalb lohnen, Telefonate vom Internetcafé aus mit festem Internetanschluss zu führen.

15. Öffentliche Verkehrsmittel

Es gibt drei Möglichkeiten sich in/um Dublin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen: Bus, Luas (Straßenbahn) und Dart (Zug).

Der Bus ist das einzige, mit dem man direkt zum UCD kommt. Die Nr. 10 fährt von der Innenstadt aus direkt nach Belfield (Nähe Newman Building). Mit den Linien 46A, 11, 11A, 145 kommt man ebenfalls zum Campus, muss aber noch ein kleines Stück bis zu den Hauptgebäuden laufen. Eine Busfahrt von der Innenstadt zum UCD kostet momentan 1,60€.

Das Geld für den Bus muss man passend bezahlen. Wenn man nicht passend zahlen kann, wird das Restgeld auf dem Ticket gutgeschrieben und kann später beim Bus Shop in der O'Connell Street ausgezahlt werden. Scheine werden nicht angenommen.

Wenn man öfter hin- und her fährt, kann es sich lohnen eines der Commuter-Tickets zu kaufen, die es für 3, 5, 7, 30 Tage oder ein Jahr gibt. Wenn man eine Student Travel Card (siehe unten) besitzt, kostet die 30-Tage-Karte zur Zeit 68€ und gilt für Bus und Luas.

An Bushaltestellen stellt man sich normalerweise in einer Reihe auf, damit man mehr oder weniger geordnet einsteigen kann. Um einen Bus zum Anhalten zu bringen, muss man Handzeichen geben. Beim Aussteigen bedankt man sich beim Fahrer.

Busfahrpläne geben nur an, wann der Bus an der Starthaltestelle losfährt. Es kommt aber vor, dass eine Linie gleich viermal innerhalb von 5 Minuten vorbeikommt, aber dafür dann eine halbe Stunde nicht mehr. Für die einzelnen Bushaltestellen gibt es (bisher) noch keine individuellen Fahrpläne, das soll sich laut Aushängen aber ändern.

Nachts muss man aufpassen, dass man den letzten Bus bekommt. Also lieber den vorletzten nehmen, es könnte nämlich bereits der letzte sein. Von der Innenstadt zum UCD gibt es Nachtbusse.

16. Student Travel Card

Es lohnt sich (vor allem, wenn man die Commuter Tickets für Dublin Bus nutzt), sich eine Student Travel Card ausstellen zu lassen. Diese kostet 12€ (mit eigenem Passfoto) oder 15€ (inkl. Foto) und gewährt Ermäßigungen auf Bus- und Bahntickets. Die Karte bekommt man bei Dublin Bus in der O'Connell Street oder am einfachsten an Ständen am UCD in den ersten Uniwochen. Genaue Infos gibt es unter www.studenttravelcard.ie

17. Kultur

Dublin bietet eine große Auswahl an Theatern, Kinos, Konzerten und Museen. Der aktuelle Veranstaltungskalender findet sich z.B. im kostenlosen Magazin „in Dublin“.

Viele Dubliner Museen – z.B. die National Museums oder das Irish Museum of Modern Art - sind kostenlos, andere haben ermäßigte Studentenpreise.

Theatertickets sind normalerweise relativ teuer und die Vorstellungen oft ausverkauft. In den meisten Theatern bekommt man (zumindest eine geringe) Studentenermäßigung an der Abendkasse. Resttickets beim Gate Theatre kosten 10/15€. An der Abendkasse des Abbey-Theatre gibt es Resttickets für 12/14€. Außerdem bietet das Abbey eine Access All Abbey (AAA) Card für Studenten, mit der alle Restkarten im Abbey und Peacock 15min vor der Vorstellung für 10€ gekauft werden können. Im September/Oktober findet das International Theatre Festival mit Produktionen und Künstlern aus aller Welt statt; besonders zu empfehlen sind die Rahmenveranstaltungen (wie Interviews mit Regisseuren) im Project Arts Centre .

Es gibt vier Kinos in der Innenstadt (IFI, Savoy, Cineworld, Screen). Das Savoy hat den größten Kinosaal Irlands, aber auch hohe Eintrittspreise (9€), wenn man im Voraus übers Internet bucht, kostet die Karte allerdings nur 5,50€. Im Cineworld kann man vormittags Filme für 5€ sehen, abends für studentische 6,70€. Das IFI (Irish Film Institute) ist ein Programmkino, das eine besondere Filmauswahl zeigt und regelmäßig thematische Schwerpunkte setzt (z.B. Italian Film Festival). Im Frühling jeden Jahres findet das Dublin International Film Festival mit über 100 Filmen aus aller Welt in 10 Tagen statt.

Ob Pop, Rock, Klassik, ausgefallene, bekannte oder unbekannte Bands… Konzerte für jeden Geschmack finden täglich statt und in allen Preisklassen, z.B. im Temple Bar Music Centre , The Point, Whelan's oder Village.

Tipp: Wer sich für Theater und/oder Film interessiert, kann sich beim Theatre/Film Festival als Volunteer bewerben. Als Gegenleistung für die Arbeit gibt es Freikarten für Theateraufführungen bzw. Kinofreikarten, was sich auf jeden Fall lohnt, da die Preise während der Festivals sehr hoch sind und es normalerweise keine Studentenermäßigungen gibt.

18. Nightlife

Im Dubliner „Kulturviertel“ Temple Bar reihen sich Pubs und Clubs aneinander (z.B. Fitzsimons mit täglicher live-Pop-Musik, Oliver St. John Gogarty - im 1.Stock täglich traditionelle irische Musik, oder auch das Porterhouse ). Allerdings halten sich in Temple Bar mehrheitlich Touristen auf - besonders beliebt ist die Gegend für Junggesellenparties.

Iren trifft man zum Beispiel im Doyles in der Nähe des Trinity College, bei Messrs Maguire an der O'Connell Bridge oder im O'Donoghues (Merrion Row). Weniger touristisch geht es auch in den Pubs und Clubs in der Wexford Street (z.B. Whelan's , Palace ) oder in der Harcourt Street (z.B. Copperface Jack, D|two ) zu, gerade in der Harcourt Street werden aber oft hohe Eintrittspreise verlangt, was sich auch nicht in billigeren Getränkepreisen niederschlägt. Viele Pubs sind ab 21, Ausweiskontrollen sind die Regel. Unter der Woche wird meistens um Mitternacht geschlossen, an Wochenenden werden die meisten Pubs und Clubs um spätestens 3 Uhr geschlossen. Ab Mitternacht sind ein Großteil der Menschen auf den Straßen betrunken – Augen aufhalten!

Besonders am Wochenende ist es schwer, nach Pub-Schluss ein Taxi zu bekommen, es kann sich deshalb lohnen, 10 Minuten früher zu gehen, um als einer der ersten ein Taxi anzuhalten. Die Wartezeiten können sonst schon mal zwei Stunden betragen. Frauen haben es auf jeden Fall leichter als Männer, ein Taxi zu bekommen.

 19. Wetter

Das irische Wetter ist gewöhnungsbedürftig, aber Postkarten wie „I survived the irish weather“ sind dann doch etwas übertrieben. Man sollte Regenkleidung dabei haben und sich möglichst flexibel anziehen, weil sich Temperaturen und Wetterbedingungen sehr schnell und mehrmals am Tag ändern können. Windig ist es eigentlich immer. Im Winter bleiben die Temperaturen normalerweise über dem Gefrierpunkt. Regenschirme sind überflüssig, weil diese durch den oft starken Wind nur eine kurze Lebensdauer haben.

 20. Ausflüge / Reisen

Die Zeit in Irland sollte man unbedingt nutzen, um nicht nur Dublin, sondern auch den Rest der Insel kennen zu lernen. Mit dem Bus ( www.buseireann.ie ) kommt man relativ günstig von Stadt zu Stadt. Flexibler ist man natürlich mit einem Mietwagen.

Galway, Ring of Dingle, Ring of Kerry, Cliffs of Moher, Belfast und Giant's Causeway sind nur einige der vielen sehenswerten Orte in Irland. Näher gelegene Ausflugsziele von Dublin aus sind z.B. Howth, Malahide, Killiney, Bray, Dun Laoghaire, Powerscourt Gardens, Newgrange und Glendalough.

 

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Seite zuletzt aktualisiert am 05.11.2010
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